- Ist Setu ein CMS oder ein Framework?
- Beides, in dieser Reihenfolge. Setu ist ein CMS, gebaut als Framework: Erweitert wird zur Bauzeit von Entwicklern über eine einzige Modulschnittstelle, nicht zur Laufzeit durch das Hochladen eines Plugins. Eine neue Fähigkeit bedeutet ein npm install, eine Konfigurationszeile und einen Rebuild — im Betrieb ohne Mehraufwand, weil jede Instanz genau einem Kunden gehört und ohnehin als Image ausgeliefert wird.
- Was bedeutet «100 % konform ab Installation» genau?
- Es bedeutet zwei Dinge, die nur zusammen gelten. Alles, was ein CMS-Framework selbst entscheiden kann — GIGW-Pflichtseiten, Barrierefreiheitsprüfung, Audit-Kette, DPDP-Einwilligung, RTI-Struktur, Unicode-Zwang — ist ab Installation erzwungen. Alles, was stattdessen davon abhängt, wie das Portal benutzt wird, steht bei jeder Veröffentlichung unter KI-Prüfung. Was keine der beiden Ebenen abdeckt, ist prozedural: VAPT, STQC-Zertifizierung, gelistetes Hosting und der manuelle Barrierefreiheits-Durchgang gehören zum Deployment, nicht zur Software.
- Kann eine Behörde ein Modul ohne Entwickler ergänzen?
- Nicht durch das Hochladen eines Archivs — und das ist Absicht. Ein Laufzeit-Plugin-System verlangt Sandbox, Capability-Manifeste, Artefakt-Signierung und eine Registry; alles sicherheitskritisch, alles dauerhaft zu prüfen. Module kommen mit einem Release von uns, und Instanzen werden aus der Ferne aktualisiert — die Behörde erhält die Fähigkeit, ohne einen Server anzufassen.
- Übernimmt Setu die Amtssprache, oder übersetzen wir selbst?
- Die Struktur übernimmt Setu. Jedes Deployment legt seine eigenen Amtssprachen und seinen eigenen Standard fest — jede der 22 in der Verfassung anerkannten indischen Sprachen: ein Distrikt in Maharashtra startet in Marathi, eine Stadtverwaltung in Tamil Nadu in Tamil, ein Unionsministerium in Hindi und Englisch. Jeder Eintrag hat eine Zeile je Sprache mit eigenem Workflow, eigener Freigabe und eigenem Alternativtext, und Alt-Schriften ohne Unicode werden in jeder indischen Schrift abgewiesen. Die Worte schreiben weiterhin Menschen im Amt. Bei der Veröffentlichung prüft die KI, ob in einem Feld tatsächlich die ausgewiesene Sprache steht und nicht Englisch.
- Wo muss eine Setu-Instanz betrieben werden?
- In Indien — auf MeitY-gelisteter Infrastruktur, im Rechenzentrum des Bundesstaates oder bei NIC. Das ist eine Beschaffungsentscheidung, kein Konfigurationswert. Setu wird selbst betrieben, eine Instanz je Behörde; Maschine und Daten gehören der Behörde. Was Code entscheiden kann, entscheidet das Framework: eine Untergrenze von 180 Tagen Protokollaufbewahrung, unterhalb derer die Instanz nicht startet, sowie deklarierte und gemessene Zeitquellen von NIC oder NPL.
- Kann Setu mehr als nur eine Website?
- Bekanntmachungstafel, Beschwerdeportal, Antragsverfahren, vollständiges Fachportal und das Backend einer mobilen App sind dieselbe Schnittstelle — ein Inhaltstyp, ein Workflow, eine Route, ein Job. Alles so Gebaute erbt Revisionen, Sprachen, Vier-Augen-Prinzip, Audit-Protokoll und Barrierefreiheitsprüfung. Genau diese Vererbung ist der Grund, auf einem Framework zu bauen statt daneben.